Leipzig: Warum es so schwer ist zwischen Auto und Bahn zu entscheiden

Leipzig – 162 031 Menschen pendeln jeden Tag von und nach Leipzig zur Arbeit. Seit 2013 sind allein 12 Prozent mehr Einpendler dazugekommen.

Um die zu überzeugen, statt des Autos lieber den Öffentlichen Nahverkehr zu nehmen, hat der Mitteldeutsche Verkehrsverbund jüngst 1111 kostenlose Pendlertickets angeboten, die innerhalb von nur einer Stunde über das Online-Portal des MDV vergriffen waren.

Doch ist die Bahn wirklich besser als das Auto? Zwei BILD-Reporter berichten über ihre Erfahrungen.

Auf mein Auto kann ich nicht verzichten


Reporterin Doreen Beilke wählt tagtäglich lieber das Auto
Reporterin Doreen Beilke wählt tagtäglich lieber das AutoFoto: Anne Weinrich

Ich fahre auch gerne mal Rad und Bahn. Doch für meinen täglichen Weg zur Arbeit von Markkleeberg nach Leipzig nehme ich weiterhin das Auto.

Ohne Stau brauche ich zur Redaktion zwölf bis 15 Minuten. Mit den Öffentlichen wird‘s umständlich: zehn Minuten mit dem Fahrrad bis zum S-Bahnhof Großstädteln, dann mit der S-Bahn bis zum Bayerischen Bahnhof oder Leuschner-Platz und weitere acht Minuten zu Fuß. Zusammen bin ich mindestens 33 Minuten unterwegs – doppelt so lange.

Was müsste passieren, damit ich das Auto öfter mal stehen lasse? Ein S-Bahnhof in Laufweite, günstigere Tickets. ABER: Auch dann dürfte kein Kind zu Hause auf Mama warten, der Kühlschrank müsste bereits voll sein und ich sicher sein, dass ich als Reporterin nirgendwo schnell hin muss.

Und so wähle ich eben die für mich alltagstauglichere Variante.

VW Golf, Strecke: 8,9 Kilometer

Kosten: ca. 60 Euro/Tankfüllung (Diesel) – reicht für 750 Kilometer bzw. 84 Fahrten zur Arbeit. Spritkosten pro Tag (hin/zurück): ca. 1,42 Euro. (Plus Versicherung, Werkstatt, etc.)
CO2-Bilanz: 99 g/km (laut Hersteller). Pro Fahrt: 881 g CO2

Lieber Bahn als Parkplatz-Suche


Bild-Reporter Max Tabaczynski ist in Leipzig mit Bus und Bahn unterwegs
Bild-Reporter Max Tabaczynski ist in Leipzig mit Bus und Bahn unterwegsFoto: Susann Friedrich

Morgens in die Bahn? Na klar! Die Monatskarte ist zwar recht teuer, aber super: einmal zahlen, immer fahren! Autoversicherung, Tanken und Blitzer sind im ÖPNV egal.

Mal ehrlich: Autofahren in Leipzig macht keinen Spaß! Seit 2009 ist die Anzahl zugelassener Fahrzeuge um 40 000 auf 260 000 gestiegen. Und dann sind da noch die Pendler. Hat die Stadt reagiert? Kaum.

Die Folge: volle Straßen, zu wenige Parkplätze. Die Bahn lockt hingegen mit Sitzplatz, Steckdose und Toilette – wenn die Wagen nicht im Berufsverkehr überfüllt sind.

Von meiner Haustür in Stötteritz bis zur BILD-Redaktion am Floßplatz brauche ich mit der Bahn ca. 25 Minuten. Das Auto rollt in vierzehn Minuten von Tür zu Tür – darin noch nicht eingerechnet: die Zeit für die Parkplatz-Suche. Da fahre ich lieber gleich mit den „Öffis“…

S-Bahn, Strecke: 5 Kilometer

Kosten: Monatskarte 78,90 Euro (im Abo: 66,90 Euro) – also rund 2,60 Euro (Abo: 2,20 Euro) pro Tag.

CO2-Bilanz: Laut Umweltbundesamt 64g CO2 pro Person und km – pro Fahrt zur Arbeit 320 g CO2.

Ice.T.AgeDogramsesgerku@live.de

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